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Therapiekonzept
Die Luzin-Klinik arbeitet nach einem integrativen Therapiekonzept, welches eine Kombination unterschiedlicher Psychotherapieverfahren wie Individualpsychologie nach Alfred Adler, systemische Therapie und Elemente der Verhaltenstherapie beinhaltet.
Therapie-Überblick
Im Einzelnen enthält der Behandlungsplan folgende Therapien:
- Gruppen- und Einzelpsychotherapie
- Medizinische Behandlung
- Kreativ- und Arbeitstherapie
- Soziotherapie und Sozialarbeit
- Entspannungstherapie
- Sport- und Schwimmtherapie
- Erlebnis- und Freizeittherapie
- Musiktherapie
- Tiergestütze Theapie
- Traumatherapie
- Indikativgruppen
- Rückfallbehandlung
- Angehörigenarbeit
- Informationen über die Möglichkeiten der Wiedererlangung eines Arbeitsplatzes (auch übers Internet) und Unterstützung dabei
- Hirnleistungsdiagnostik und -training
- Vermittlung zur beruflichen Rehabilitationsberatung
- Vermittlung des Lesens und Schreibens bei entsprechender Indikation
- Fachliche Beratung bezüglich der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU)
- Angebot der Seelsorge
Gruppen- und Einzelpsychotherapie
Die Gruppenpsychotherapie nimmt einen sehr wichtigen Platz im Gesamtbehandlungsprogramm ein. An ihr nehmen alle Patienten einer Gruppe teil. Sie hat eine nachgewiesene hohe Effizienz bei Abhängigkeitskranken.
Jeder neue Patient wird zunächst in der Aufnahmegruppe aufgenommen, in der er ca. für zwei bis drei Wochen Mitglied ist. In ihr stehen die Förderung und Festigung der Behandlungsmotivation und die Diagnostik im Vordergrund. Die Aufnahmegruppe stellt die Einleitungsphase der Gruppenpsychotherapie dar.
Themen sind die Entstehung der Abhängigkeitserkrankung sowie deren Folgen. Weiterhin wird notwendiges Wissen über die Abhängigkeitserkrankung vermittelt. Außerdem wird der Patient intensiv mit der Haus- und Therapieordnung vertraut gemacht und ihm die Notwendigkeit dieser Regeln nahe gebracht. Nach ca. zwei bis drei Wochen erfolgt, vorausgesetzt eine entsprechende Eigenmotivation ist erreicht, die Verlegung in die Langzeitgruppe.
Im Mittelpunkt der Langzeitgruppe steht die Herausarbeitung der Hintergründe des Suchtverhaltens, die Bearbeitung von Problemen, die Haltungsüberprüfung und die Einübung alternativer Verhaltensweisen.
Während zwei Langzeitgruppen explizit individualpsychologisch ausgerichtet sind, ist eine Gruppe methodisch an der Systemischen Therapie orientiert. Der systemische Ansatz betrachtet ähnlich wie jener der Individualpsychologie die Patienten in ihrem sozialen Bezugssystem und ist in unserer Klinik wie dieser einer therapeutischen Grundhaltung der Gleichwertigkeit und der Ermutigung verpflichtet.
Neben der Gruppen- hat die Einzelpsychotherapie einen wichtigen Stellenwert. Damit ist die Möglichkeit gegeben, dass Prozesse, die in den Gruppensitzungen begonnen haben, eine Vertiefung in der Einzeltherapie erfahren. Dabei können insbesondere Probleme und Konflikte, die aufgrund bzw. vorhandener Widerstände nur ungenügend thematisiert werden konnten, einer vertieften Bearbeitung zugeführt werden.
Bei neu aufgenommenen Patienten sind Einzelgespräche insbesondere dann notwendig, wenn der Patient sich zunächst der Gruppe gegenüber überfordert fühlt. Zum Abschluss jeder Behandlung findet ein Abschlussgespräch statt, zu dem auch der für die ambulante Nachsorge zuständige Suchtberater eingeladen wird.
Medizinische Behandlung
Die Multidimensionalität der Suchterkrankung, die sich nicht nur durch die unterschiedlichen Ursachenzusammenhänge in dem physischen, psychischen und sozialen Bereich auszeichnet, sondern auch durch entsprechende Wechselwirkung während der Behandlung gekennzeichnet ist, erfordert eine optimale Zusammenarbeit des medizinischen und psychotherapeutischen Bereiches. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass notwendige psychotherapeutische Grenzsetzungen zunächst von den Patienten als Versagung erlebt werden. Nicht selten erfolgen in solchen Fällen Somatisierungen, um erlebte Frustrationen durch medizinische Versorgung ausgleichen zu können.
Trotz dieser häufig zu beobachtenden Zusammenhänge ist dafür Sorge zu tragen, dass sich kein Automatismus im Sinne einer Verschiebung aller somatischen Beschwerden in den psychopathologischen Bereich einschleicht. Das Recht eines jeden Patienten sowie auch die in der Regel bestehende Notwenigkeit auf optimale Behandlung darf nicht in den Hintergrund treten.
Somit besteht gerade im somatischen Bereich ein Spannungsfeld zwischen notwendiger Behandlung und Überversorgung, in dem die optimale Balance im Sinne einer für den Patienten effektivsten Behandlung herzustellen ist.
Eine umfassende Diagnostik wird sofort bei Aufnahme des Patienten durch die zwei Fachärzte der Klinik eingeleitet. Sie sind auch für die weitere medizinische Behandlung des Patienten während der gesamten Entwöhnungsbehandlung zuständig. Täglich findet eine Frühvisite statt. Außerhalb der normalen Arbeitszeit ist jederzeit ein Arzt erreichbar. Bei fachübergreifenden Erkrankungen werden die Patienten niedergelassenen Fachärzten (wie zum Beispiel Orthopäde, HNO-Arzt, Augenarzt, Chirurg) in der Nähe der Fachklinik vorgestellt. Die Fahrt dorthin erfolgt in der Regel durch den klinikeigenen Fahrdienst.
Durch zwei in Feldberg befindliche Physiotherapieniederlassungen ist bei entsprechender Indikation eine physiotherapeutische Mitbehandlung gewährleistet. Wöchentlich einmal finden Informationsseminare über die Abhängigkeit statt, die vorwiegend durch das ärztliche Personal gestaltet werden.
Kreativ- und Arbeitstherapie
In der Kreativtherapie, die während der gesamten Therapiezeit stattfindet, wird der Patient mit nichtsprachlichen Medien (Ton, Peddigrohr, Holz, Papier, Speckstein, Farben, Stoffe) vertraut gemacht.
Die Kreativtherapie ist eine handlungsorientierte, erlebnisintensive Therapieform, in der das Tun im Vordergrund steht und nicht das Werk. Es besteht keine Leistungsanforderung von außen. Wichtig ist es, dem Patienten das Gefühl zu vermitteln, so angenommen zu werden, wie er sich zurzeit einbringen kann. Dadurch erlebt er positive Kräfte, die er für den gesamttherapeutischen Prozeß nutzen kann.
Die Arbeitstherapie ist ein wichtiger Bestandteil des Therapiekonzeptes der Luzin-Klinik. In der Arbeitstherapie wird ein Übungsfeld geschaffen, welches an der realen Arbeitswelt orientiert ist und in dem an der Praxis orientierte Therapieziele überprüft und realisiert werden können.
Die Arbeitstherapie findet erst in den Langzeitgruppen statt. Während der Zeit in der Aufnahmegruppe wird eine Arbeitstherapieeinführung vorgenommen. Die Indikationsstellung bezüglich der Arbeitsschwere und der Berücksichtigung eventuell weiterer körperlicher Einschränkungen erfolgt durch den Arzt. Es existieren vier Arbeitstherapiebereiche:
- Außen- und Gartenbereich.
Soziotherapie und Sozialarbeit
In diesem Aufgabenbereich ist eine Sozialarbeiterin tätig, die sowohl wöchentliche Gruppenveranstaltungen (Sozialtraining) als auch Einzelbetreuung (Abklärung von sozialen Problemen, Vermittlung zur Schuldnerberatung) durchführt.
Sie ist auch Ansprechpartner für die Patienten bezüglich der ambulanten und stationären Nachsorge. Weiterhin bereitet sie zusammen mit dem Reha-Arzt und dem Patienten die berufliche Rehabilitationsberatung durch eine Reha-Beraterin der Deutschen Rentenversicherung Nord vor, die ca. alle vier bis sechs Wochen die entsprechenden Patienten in der Fachklinik berät.
Entspannungstherapie
In der Luzin-Klinik wird die progressive Relaxation nach Jacobson als Entspannungsverfahren allen Patienten während der Aufnahmephase vermittelt.
Ziel des Trainings ist es in systematischer Weise eine Herabsetzung der Spannung der Willkürmuskulatur zu erreichen, wodurch wiederum eine psychische Entspannung hervorgerufen wird. Durch das vertiefte Ruhegefühl wird eine zunehmende Muskelentspannung erreicht.
Schwimm-, Sport- und Körpertherapie
Unter dem Gesichtspunkt der Wiederherstellung bzw. des Erhaltens der Erwerbsfähigkeit erhält auch die Sporttherapie einen hohen Wert an Effizienz. Der Patient, der infolge einer meist langjährigen Intoxikation durch das Suchtmittel gepaart mit einer hieraus resultierenden passiven Lebensweise, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit aufweist, kann durch ein individuell erarbeitetes Bewegungsprogramm sein körperliches Leistungs- und Durchhaltevermögen stufenweise erhöhen.
Neben dem Aspekt der Wiederherstellung verloren gegangener Leistungsfähigkeit ist die Sporttherapie ideal dazu geeignet, eine durch die Suchterkrankung gestörte Beziehung zum eigenen Körper wieder zu finden.
Alle sportlichen Aktivitäten (durchgeführt in der Sporthalle oder im Freien bzw. in der Schwimmhalle) hängen vom Gesundheitszustand des Patienten ab und werden medizinisch angeordnet und überwacht.
Erlebnis- und Freizeittherapie
Im Interesse von Erlebnisnähe, Motivation, Herstellung eines günstigen therapeutischen Gruppenklimas haben alle Therapiegruppen wöchentlich die Möglichkeit, natursportliche Gruppenveranstaltungen durchzuführen.
Angeboten werden Wanderungen, Radtouren, Kanu- bzw. Ruderbootfahrten, Bade- und Schwimmnachmittage, gemeinsamer Kinobesuch, Waldmuseumsbesuch, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.
Die Patienten organisieren diese Gruppenaktivitäten weitgehend selbst. Sie müssen sich Gedanken machen über Streckenführung, Verpflegung, Ausrüstung. In diesem Zusammenhang werden Erwartungen und Befürchtungen besprochen, Bedingungen und Umgangsweisen vereinbart.
Musiktherapie
Der Mensch benutzt Musik für seine Heilung und sein Wohlbefinden bereits so lange, wie es eine menschliche Kultur gibt. Die Anfänge liegen im rhythmischen Kommunizieren über weite Strecken hinweg. Klang und Rhythmus sind zutiefst verwoben mit den körperlichen und psychischen Abläufen im menschlichen Organismus. Bereits der Fötus ist den rhythmischen Herzschlägen der Mutter und den Geräuschen im Mutterleib ausgesetzt. Er wird in der gesamten pränatalen Phase durch die Stimme, die Körperbewegungen der Mutter und alle inneren und äußeren akustischen Abläufe geprägt.
Musiktherapie gibt es in unzähligen Methoden auf der ganzen Welt. Was aber alle Methoden verbindet, ist die Arbeit mit Klängen, Frequenzen und Musik.
Wir unterscheiden aber im Wesentlichen zwei Hauptbereiche der Musiktherapie: den aktiven und den rezeptiven Zweig. Die aktive Musiktherapie spricht im Menschen seine tiefe rhythmische Prägung an und motiviert ihn, selbst auf Rhythmusinstrumenten zu spielen. Dabei muß er sich mit seiner gesamten Persönlichkeitsstruktur auseinandersetzen. Es gilt zum Beispiel Hemmnisse zu überwinden, in einer Gruppe eine Improvisation zu gestalten. Ziel der aktiven Musiktherapie ist die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und die Berührung der inneren Kreativität. Die rezeptive Musiktherapie arbeitet mit der menschlichen Fähigkeit, Musik imaginär wahrzunehmen. Das heißt, der Mensch reagiert emotional, körperlich und geistig auf Musik. Auf diesem Wege ist es möglich, verschüttetes emotionales Potential zu erreichen und zu bearbeiten, weil es in diesem Rahmen bewusst werden kann. Alle Formen der Musiktherapie sind psychotherapeutisch orientiert, berührt Musik und musisches Tun doch immer unsere innere psychische Struktur.
Tiergestützte Therapie
Auf dem Pferdehof Schubert in Augustfelde und in der kalten Jahreszeit in der Pferdehalle Krumbeck wird einmal wöchentlich mit 4 Patienten über einen Zeitraum von 6 Wochen tiergestützte Therapie unter Anleitung von Frau Schubert, die eine entsprechende Ausbildung hat, durchgeführt.
Im Kontakt mit den Pferden werden u. a. Wahrnehmung, das Körperbewusstsein, die Empfindungen und Gefühle gefördert. Der zentrale Aspekt ist, dass die Patienten im Umgang mit Tieren lernen können, sich selbst zu lieben mit all ihren Problemen und Fehlern. An dieser Therapie können interessierte Patienten teilnehmen.
Taumatherapie
Psychische Traumatisierung kann zur Entwicklung verschiedener Krankheitsbilder beitragen. Auch eine Abhängigkeitserkrankungkann sich entwickeln, wenn ein Mensch Erlebnissen ausgesetzt wird, die ihn so belasten, dass seine Bewältigungs- und Verarbeitungsmechanismen überfordert sind.
Die traumabezogene Behandlung beinhaltet eine Phase der Stabilisierung, danach die Verarbeitung der traumatischen Erinnerung und zuletzt die Phase der Neuorientierung. Neben psychoimaginativen Techniken wird in unserer Klinik EMDR zur Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen mit gutem Erfolg angewandt.
Indikativgruppen
In unserer Fachklinik werden folgende indikative Gruppen durchgeführt:
- Frauengruppe
- Gruppe für Patienten mit Angst und Phobie
- Gruppe für Patienten mt Depressionen
- Gruppe für Patienten mit deutlichem sozialen Kompetenzmangel
- Raucherentwöhnung
- Hirnleistungstraining
- Vermittlung von Lesen und Schreiben
- Heilpädagogisches Begleiten mit Pferden
Rückfallbehandlung
Auch während der Zeit einer stationären Entwöhnungsbehandlung kann es zum Auftreten von Rückfällen kommen, da der Rückfall ein Hauptsymptom der Suchterkrankung ist.
Unter Rückfall verstehen wir die erneute Einnahme eines Suchtmittels (Alkohol, nicht vom Arzt verordnete Medikamente, illegale Drogen), wenn sich der Patient zuvor für einen völligen Verzicht als Therapieziel (Abstinenz) entschieden hat.
Unser Rückfallkonzept beruht auf verhaltenstherapeutischen Erkenntnissen (MARLATT, 1985) und geht von der Annahme aus, dass der Patient von der therapeutischen Arbeit über seinen Rückfall profitieren kann.
Daraus folgt, dass ein Patient, der während der stationären Behandlung rückfällig wird, bei entsprechender Bereitschaft die Möglichkeit erhält, seinen Rückfall zu bearbeiten, um zukünftig besser in der Lage zu sein, ihn zu verhindern.
Angehörigenarbeit
Es ist unbedingt notwendig, die Angehörigen des Patienten in die Therapie mit einzubinden. Häufig besteht bei den Angehörigen ein co-abhängiges Verhalten, welches die Suchterkrankung mit aufrecht erhält. Dieses co-abhängige Verhalten muss besprochen und aufgedeckt werden.
Dazu werden in der Luzin-Klinik durch die Gruppentherapeuten Paargespräche angeboten. Außerdem findet alle zehn Wochen samstags ein ganztägiges Angehörigenseminar statt.
Informationen über die Möglichkeiten der Wiedererlangung eines Arbeitsplatzes (auch übers Internet) und das Leisten von Unterstützung dabei
Im wöchentlichen Sozialtraining, in den alle vier Wochen stattfindenden ärztlichen Gruppenvisiten und im Einzelgespräch werden alle arbeitslosen Patienten über Möglichkeiten der Wiedererlangung eines Arbeitsplatzes informiert und beraten.
Dabei wird auf Angebote des 1. und 2. Arbeitsmarktes eingegangen. Weiterhin werden aktuelle Integrationsmaßnahmen, die für abstinent lebende Suchtkranke konzipiert sind, vorgestellt. Auch die Möglichkeiten, die eine Adaption bietet, werden dargelegt.
Im Patienten-PC-Kabinett besteht, neben der Möglichkeit alleine oder unter Anleitung Lebenslauf und Bewerbungsschreiben zu erstellen, ein Internetzugang.
Die arbeitslosen Patienten werden motiviert, bereits während der Entwöhnungsbehandlung, z.B. während einer Heimfahrt, ihre zuständige Arbeitsagentur oder ARGE aufzusuchen, nachdem sie zuvor telefonisch einen Gesprächstermin vereinbart haben.
Entsprechend der sozialen Kompetenz der Patienten erhalten sie auch weitere Unterstützung (z.B. sozialarbeiterische Begleitung).
Hirnleistungsdiagnostik und -training
Bei entsprechender Indikation (z.B. Störungen der Konzentration des Gedächtnisses, der Merkfähigkeit, etc.) wird eine Hirnleistungsdiagnostik durchgeführt.
Bei nachgewiesenen Hirnleistungsstörungen wird zweimal wöchentlich ein PC-gestütztes Hirnleistungstraining unter Anleitung durchgeführt.
Vermittlung zur beruflichen Rehabilitationsberatung
Während des Verlaufes der Entwöhnungsbehandlung wird bei allen erwerbsfähigen Patienten aus sozialmedizinischer Sicht geprüft, ob sie ihre letzte Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt, aus gesundheitlicher Sicht, noch ausüben können.
Ist dies nicht der Fall, werden sie darüber informiert und mit ihrem Einverständnis der beruflichen Rehabilitationsberatung, die in der Regel alle vier Wochen in der Luzin-Klinik durch eine berufliche Reha-Beraterin der Deutschen Rentenversicherung Nord stattfindet, vorgestellt und beraten.
Die Empfehlungen der beruflichen Reha-Beraterin werden auch unsererseits mit dem Patienten besprochen und er wird bei der Umsetzung derselben unterstützt.
Vermittlung des Lesens und Schreibens bei entsprechender Indikation
Immer häufiger werden uns deutschsprachige Patienten zugewiesen, die erhebliche Defizite oder sogar eine Unfähigkeit bezüglich des Lesens und Schreibens aufweisen.
Diesen Patienten bieten wir im Sinne eines Indikationsangebotes an, während der Zeit der Entwöhnungsbehandlung ihre obigen Defizite abzubauen bzw. erste Schritte auf dem Weg des Erlernens von Lesen und Schreiben zu gehen. Eine Mitarbeiterin steht für diese Arbeit zur Verfügung.
Fachliche Beratung bezüglich der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU)
Etwa 25 % unserer Patienten haben durch Führen eines Kraftfahrzeuges unter Alkoholeinfluss ihren Führerschein verloren. Um ihn wieder zu erlangen, ist eine Medizinisch Psychologische Untersuchung (MPU) erforderlich.
In Zusammenarbeit mit der Begutachtungsstelle für Fahreignung, Zentrum Demmin, besteht für alle interessierten Patienten während der stationären Therapie die Möglichkeit, zu einem individuellen Orientierungs- und Vorbereitungsgespräch gegen Entgelt nach Demmin zu fahren.
Die Fahrt wird durch die Luzin-Klinik organisiert. So können die betreffenden Patienten im Vorfeld ihre Ängste abbauen und werden fachkundig über den Ablauf sowie über die individuell zu erbringenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche MPU unterrichtet. Dieses Angebot wird gern von den Patienten angenommen.
Angebot der Seelsorge
Da Suchtkrankheiten oft zum Verlust von Sinn- und Wertbezügen führen bzw. auf deren Fehlen basieren, möchten wir als diakonische Einrichtung Hilfe zur Sinnfindung und Lebensbewältigung durch das Evangelium von Jesus Christus anbieten.
Das Leben im Glauben kann dem Patienten Kraft, Trost und Gelassenheit geben. Im Glauben findet er eine Motivation zur lebenslangen Enthaltsamkeit vom Suchtmittel und die Möglichkeit seelisch und geistlich zu gesunden, nicht zuletzt dadurch, dass er erlebt, angenommen und geliebt zu werden. Diese für ihn neu verinnerlichten Erfahrungen wirken sich stärkend auf sein Selbstbewusstsein aus und ermöglichen das Freisetzen von Hoffnung und Freude.
Während der Therapie hat jeder interessierte Patient die Möglichkeit, am Gottesdienst und / oder an Gesprächen u.a. über die Sinnfrage des Lebens teilzunehmen. Aber auch persönliche Seelsorge im vertiefenden Einzelgespräch wird durch einen Seelsorger angeboten. Dabei stehen Seelsorge und Psychotherapie nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich.

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